Alle mitnehmen: Einfache Sprache und Barrierefreiheit

Verständlich für alle: Einfache Sprache in Nachrichten, Rücksicht auf Behinderungen – praktische Tipps für inklusive Konfi-Arbeit.

Worum geht es?

Nicht alle lesen gleich gut: Deutsch als Zweitsprache, Lese-Schwierigkeiten, Sehbehinderung. Mit wenigen Anpassungen erreichen Sie alle – ohne Mehraufwand.

Einfache Sprache: Fünf Regeln

  1. Kurze Sätze: Ein Gedanke pro Satz. Keine Schachtelsätze mit drei Nebensätzen.
  2. Einfache Wörter: „Treffen" statt „Zusammenkunft", „absagen" statt „stornieren". Fremdwörter erklären oder ersetzen.
  3. Aktiv statt passiv: „Wir treffen uns um 17 Uhr" statt „Es wird um 17 Uhr ein Treffen stattfinden".
  4. Struktur: Aufzählungen statt Fließtext. Wichtigstes zuerst (siehe Elternbriefe).
  5. Vorlesen lassen: Text einmal laut lesen – holpert es, umschreiben.

Barrierefreiheit praktisch

  • Bilder beschreiben: In Galerien und Nachrichten: Was ist zu sehen? Ein Satz genügt – hilft Sehbehinderten mit Screenreader.
  • Kontraste: Ausdrucke schwarz auf weiß, Schrift mindestens 12 pt. Bunte Gestaltung zweitrangig.
  • Videos untertiteln: Wichtige Videos mit Untertiteln wählen – hilft Hörbehinderten und Deutschlernern.
  • Mehrere Kanäle: Wichtiges schreiben UND sagen (Gruppe + mündlich). Siehe Konfi ohne Smartphone.

Individuelle Bedürfnisse

  • Nachfragen, nicht raten: „Was brauchst du, um gut mitzumachen?" – direkt und respektvoll.
  • Notizen nutzen: Wer braucht was? (Größere Schrift, Rollstuhl-Zugang, Pausen, Übersetzung).
  • Lerntexte anpassen: Kürzere Texte, mehr Zeit, mündliche Form – siehe Abfragen. Gerechtigkeit heißt nicht Gleichheit.
  • Alle einbeziehen: Bei Diensten und Aufgaben an Fähigkeiten denken, nicht an Defizite.

Haltung: Barrierefreiheit ist keine Zusatzaufgabe, sondern gute Konfi-Arbeit. Wer für alle verständlich kommuniziert, erreicht auch die vermeintlich „Normalen" besser.

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